Lernen Sie, bewusst zu atmen und lernen Sie Ihren Beckenboden kennen.
Warum Atmen?
Das ist doch etwas für Frauen, werden Sie vielleicht sagen…
Aber nein, so ist es nicht?
Wenn Sie gezielt und gut atmen, bringen Sie Ihren Beckenboden ordentlich in Schwung und gleichzeitig haben Sie ein effektives und einfaches Mittel an der Hand, um Ihren Stress abzubauen.
Und der Beckenboden?
Da ist leider ein Ausflug in die Anatomie nötig.
Wenn Sie mögen, begeben Sie sich mit mir auf folgenden kleinen Ausflug in die Anatomie…
Die Muskeln im Überblick

Wir „arbeiten“ uns von hinten nach vorne.
Beginnen Sie mit dem Afterschnürmuskel: Legen Sie den Finger von außen an ihr Po-Loch und spannen diesen Muskel an, als ob Sie eine Blähung zurückhalten. An Ihrem Finger (vielleicht schieben Sie den Finger auch etwas hinein) fühlen Sie eine schnürende Bewegung. Zum Vergleich: Eine Fingerspitze der anderen Hand in den Mund stecken und dran saugen wie an einem Nuckel. Das ist die gleiche Bewegung. Und das Wichtigste dabei: Es soll nur dieser Schnürmuskel arbeiten: Der Po ist also locker (beim Gesicht spannen Sie ja auch nicht die Augen/Stirn etc. an.) Machen Sie diese Bewegungen einige Male.
Dann geht’s weiter mit dem Damm bzw. Ihrer Peniswurzel: Mit der einen Hand heben Sie den Penis etwas hoch, mit der anderen Hand fassen Sie unter ihn runter, dort wo er aus dem Becken rauskommt. Da spüren Sie eine Art Wulst, das ist Ihre Peniswurzel. Wie ein Baum in der Erde verwurzelt ist, ist der Penis also im Becken verwurzelt und dort umgeben von den wichtigen Beckenbodenmuskeln. Jetzt lassen Sie Ihre Finger dort an der Wurzel liegen und ziehen den Penis nach innen, als ob Sie ihn 2 cm kürzer machen wollen. Der Rest drum herum bleibt wieder locker. Dann wieder loslassen. Spüren Sie etwas? Im Idealfall fühlen Sie diese Bewegung direkt an Ihren Fingern, dort wo der Penis aus dem Körper austritt. Machen Sie diese Bewegungen einige Male.
Und nun die Schwellkörpermuskeln (M.ischiocavernosus und M.bulbocavernosus): Lassen Sie Ihren Penis locker in Ihrer Hand liegen. Nun versuchen Sie mit dem Penis zu wippen, ganz locker, als ob er erigiert ist. Ohne Po. Machen Sie diese Bewegungen einige Male.

Harnröhrenschließmuskel
Sehen Sie sich das Bild an: Können Sie die Schnürmanschette entdecken, die unter der Prostata sitzt und die Harnröhre umschließt? Jetzt stellen Sie sich vor, dass ein (!) Tropfen Urin aus der Blase in die Harnröhre herunterrollt und Sie sollten diesen Tropfen mit dem Schnürmuskel aufhalten. Sehr leicht. Hin und her… Spielerisch. Keinen Wasserfall, sondern einen einzigen Tropfen. Nun nehmen Sie eine Hand an den Po und machen die Übung noch einmal und achten darauf, dass Ihr Po völlig entspannt und weich in Ihrer Hand liegen bleibt.
Und zum Schluss: Die Beckenbodenschlinge, der M.Levator ani, im 1.Bild zu sehen. Machen Sie mal kurz die Augen zu. Stellen Sie sich vor, sie wären ein großer Kampfhund und zögen Ihren Hundeschwanz zwischen Ihre Beine, wie wenn eine Gefahr droht. Und dann lassen Sie ihn wieder locker baumeln. Wie geht diese Bewegung? Probieren Sie das einige Male aus. Ganz vereinfacht ist das unsere innere Beckenbodenschlinge, die die Organe hält.
Und jetzt kommt das Wichtigste, meine Herren:
Probieren Sie alle Muskeln noch einmal nacheinander aus, aber jetzt achten Sie auf das bewusste Entspannen! Also fühlen Sie innerlich nach, wie sich die Entspannung anfühlt.
Warum ist das wichtig? Viele Männer haben einen viel zu angespannten Beckenboden und das macht impotent und inkontinent. Die Durchblutung wird weniger und die Muskeln verlieren die Möglichkeit, dynamisch zu reagieren, wenn es drauf ankommt. Auch bei einer zu frühen Ejakulation ist es besonders wichtig, das Entspannen zu lernen. In diesem Falle das Entspannen der Schwellkörpermuskeln. Und zwar vor dem „Point of no return“! Probieren Sie das bitte in Ihrer Autoerotik aus, ganz in Ruhe.
Diese ganzen „Muskelspielübungen“ können Sie in ganz unterschiedlichen Ausgangspositionen machen: Im Liegen (Seitenlage, Rückenlage), im Sitzen, im Stehen.
So, jetzt haben Sie alle Muskeln auch noch einmal auf diesem Wege kennengelernt, so wie Sie das in den Videos 1 + 2 lernen. Das Ganze nennt sich bei mir „Wahrnehmungsschule“ 🙂 Und bitte vertrauen Sie einer erfahrenen Therapeutin: Es kann auch mal einige Wochen dauern, bis „Mann“ diese ganzen feinen Muskeln spürt. Macht aber nichts. Sobald Sie diese Wahrnehmungsschule für sich erfolgreich durchlaufen haben, dürfen Sie zur nächsten Stufe gehen: In die Durchblutungs- und Kräftigungsschule, wie Sie sie in den Videos 3–12 + in dem kurzen Video für jeden Tag bekommen.
Viel Freude beim Ausprobieren, Ihre Franziska Liesner